Folgeschaltung mit zwei Motoren und Schützfreigabe
In einer Folgeschaltung hängt der zweite Antrieb von einer festgelegten Bedingung des ersten ab. In diesem Beispiel darf M2 nur bei angezogenem Schütz K1 eingeschaltet bleiben. Die Bedingung ist eine elektrische Schützfreigabe, kein Nachweis, dass Motor M1 tatsächlich dreht oder einen Prozess versorgt.
Aufbau und Funktion
Solche Abhängigkeiten können bei Anlagen mit mehreren Antrieben sinnvoll sein, wenn eine vorgesehene Einschalt- und Abschaltreihenfolge eingehalten werden muss. Welche Reihenfolge fachlich richtig ist, ergibt sich aus dem konkreten Prozess. Das Beispiel zeigt zwei getrennte Hauptstromzweige: K1/F1/M1 und K2/F2/M2. F3 und F4 sind die zugehörigen Kurzschlussschutzeinrichtungen; F0 schützt den gemeinsamen 230-V-Steuerkreis.
Schaltbild
Erklärung zum Beispiel
S2 startet M1, S1 stoppt M1. K1 hält über seinen Hilfsschließer 13–14. Der zusätzliche K1-Schließer 23–24 liegt vor dem gesamten Start- und Haltebereich von K2. S4 startet M2, S3 stoppt M2, K2 hält über seinen eigenen 13–14. Weil 23–24 auch vor dem K2-Haltezweig liegt, kann sich M2 nicht an der Freigabe vorbeihalten.
Verdrahtungsprinzip und Auswahl
Stopp M1 oder Überlast F1 lässt K1 abfallen und entzieht auch K2 die Freigabe: Beide Antriebe werden elektrisch abgeschaltet. Stopp M2 oder Überlast F2 betrifft dagegen nur M2; M1 bleibt entsprechend seinem eigenen Haltezustand eingeschaltet. Die Schutzleiter bleiben an beiden Gehäusen ungeschaltet, N versorgt den Steuerkreis und ist hier kein Motorwicklungsanschluss.
Im Modell ausprobieren
Vergleichen Sie die Befehle mit den eingezeichneten Strompfaden. Die Rotorbewegung ist eine zusätzliche Veranschaulichung, keine Messung. Probieren Sie im Modell die folgenden Zustände aus.
- S4 bei ausgeschaltetem M1 kurz drücken: M2 startet nicht; ein späterer Start wird nicht vorgemerkt.
- M1 mit S2 starten und loslassen, anschließend M2 mit S4 starten. Beide halten über ihre eigenen Kontakte.
- S3 betätigen: M2 stoppt, M1 kann weiterlaufen.
- S1 betätigen oder F1 auslösen: Beide Schütze fallen ab. F2 separat auslösen und die andere Abschaltwirkung vergleichen.
- S4 bewusst halten und danach M1 freigeben: M2 kann bei anstehendem Befehl starten.
- Spannungsausfall und Schutz-Rücksetzen mit freien beziehungsweise gehaltenen Starttastern unterscheiden.
Ein Hilfsschließer folgt dem Betätigungssystem des Schützes. Er misst weder Wellenbewegung noch Luftstrom, Durchfluss oder Druck. Wenn die Anwendung einen bestätigten Prozesszustand verlangt, sind geeignete Sensoren und eine dazu passende Steuerung erforderlich. Auch ein Nachlauf, eine Zeitverzögerung oder ein automatischer Wiederanlauf sind keine stillschweigenden Eigenschaften dieser einfachen Schaltung.
Vorteile und Grenzen
Die Abhängigkeit ist im Stromlaufplan klar erkennbar und beide Motorzweige bleiben einzeln bedienbar. Die einfache Freigabe bildet jedoch keine vollständige Prozessüberwachung. Die gezeigten Rotoren und ihr Auslauf sind illustrativ; sie bestätigen keine tatsächlich erreichbare Drehzahl oder sichere Stillstandszeit.
Das Modell erklärt ein Funktionsbeispiel. Reale Anschlussarbeiten setzen passende Fachkunde, Berechtigung und sichere Arbeitsverfahren voraus; normaler Stopp ist keine sichere Freischaltung. Funktionsprobe und elektrische Sicherheitsprüfung bleiben getrennt.
Fragen zum Beispiel
Warum reicht K1 13–14 nicht für beide Aufgaben?
Im Beispiel hält 13–14 den ersten Motorbefehl. Ein eigener weiterer Schließer 23–24 bildet die separat nachvollziehbare Freigabe vor dem zweiten Start-/Haltebereich.
Startet M2 automatisch, sobald M1 startet?
Bei freiem S4 nicht. Ein weiter gehaltener S4-Befehl kann bei neuer K1-Freigabe dagegen wirksam werden.
Beweist die K1-Freigabe, dass M1 läuft?
Nein. Schützstellung und tatsächlicher Motor- oder Prozesszustand sind unterschiedliche Informationen.
Passende Vertiefungen
Quellen und Geräteunterlagen
Weitere Zusammenhänge: Relais und Schütze als Geräte · Funktionsprüfung elektrischer Schaltungen · Zeitschaltuhr mit Schütz
Elektrosicherheit: Richtlinien und Vorsichtsmaßnahmen für einfache elektrotechnische Arbeiten
Die Sicherheit hat oberste Priorität.
- Alle hier bereitgestellten Anleitungen und Informationen dienen rein informativen Zwecken und sollen ausschließlich zur Informationsbeschaffung und Weiterbildung verwendet werden. Sie sollten nicht als Ersatz für professionelle Beratung angesehen werden. Bei Zweifeln empfiehlt es sich, einen qualifizierten Elektriker hinzuzuziehen, um fachkundige Unterstützung zu erhalten.
- Es ist wichtig, die örtlichen Vorschriften und Bestimmungen bei elektrischen Arbeiten zu beachten. Arbeiten mit Strom sollten nur von qualifizierten Fachleuten durchgeführt werden, da sie lebensgefährlich sein können.
- Fehler in Anleitungen und Schaltbildern sind möglich. Der Anbieter übernimmt keine Gewähr oder Haftung für Schäden oder Verletzungen, die aus der Umsetzung der bereitgestellten Informationen resultieren könnten. Es liegt in Ihrer Verantwortung, die Richtigkeit der Informationen zu überprüfen und die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.
- Die Verwendung geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA) ist entscheidend, um die Sicherheit bei elektrotechnischen Arbeiten zu gewährleisten. PSA schützt vor Stromschlägen, Augenverletzungen, thermischen und mechanischen Gefahren. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass PSA allein nicht ausreicht und durch Fachwissen, Fähigkeiten und die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften ergänzt werden muss.
- Arbeiten an Teilen, die unter Spannung stehen, sind strengstens untersagt. Vor Beginn der Arbeiten müssen geeignete Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, einschließlich des Freischaltens der Anlage.
- Bei Schäden durch mangelhafte Elektroinstallation haftet der Errichter der Anlage gemäß den geltenden gesetzlichen Bestimmungen.
- Diese Zusammenfassung von Richtlinien und Vorsichtsmaßnahmen ist nicht umfassend. Bei Unsicherheiten ist es ratsam, einen qualifizierten Elektriker zu konsultieren oder sich an örtliche Vorschriften und Bestimmungen zu halten, um maximale Sicherheit zu gewährleisten.
- Die ordnungsgemäße Installation und Wartung von elektrischen Anlagen und Geräten ist von großer Bedeutung, um mögliche Gefahren zu minimieren und ein sicheres Umfeld zu schaffen.