Elektrotechnik von A–Z.

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Erdungswiderstand messen und einordnen

Die Erdungswiderstandsmessung untersucht die elektrische Verbindung einer Erdungsanlage zum umgebenden Erdreich. Sie beantwortet eine andere Frage als die Schutzleiterprüfung oder die Schleifenimpedanzmessung. Ein guter Wert ist nur zusammen mit dem erfassten Erder, dem Verfahren und der Schutzmaßnahme sinnvoll zu beurteilen.

Der Erderwiderstand wird in Ohm angegeben. Der spezifische Bodenwiderstand ist dagegen eine Materialeigenschaft mit einer anderen Einheit. Wer diese Größen verwechselt, kann ein Ergebnis falsch bewerten oder ein ungeeignetes Verfahren auswählen.

Welche Wege werden betrachtet?

Bei der Schutzleiterprüfung steht ein definierter leitfähiger Verbindungsweg im Vordergrund. Die Schleifenimpedanz betrachtet eine vollständige Fehlerschleife. Eine Erdermessung zielt auf den Erder beziehungsweise die mit dem Verfahren erfasste Erdungsanordnung. Verbundene Erder, Metallleitungen und andere parallele Wege können das Ergebnis beeinflussen.

Ein einzelner Erder ist außerdem nicht die ganze Erdungsanlage. Verbindungen, Korrosion, mechanischer Zustand und Schutzpotentialausgleich werden zusätzlich betrachtet. Ein niedriger Messwert kann sichtbare Schäden nicht rechtfertigen.

Messverfahren unterscheiden

VerfahrenGrundprinzipVoraussetzung beziehungsweise Grenze
Strom-Spannungs-Verfahren mit HilfssondenPrüfstrom zwischen Erder und Hilfserder; Spannungsabgriff über SondeGeeignete Sondenanordnung, ausreichende Trennung der Einflussbereiche
Selektive MessungSondenmessung mit zusätzlicher Stromerfassung im betrachteten ZweigZugänglicher Leiter, geeignetes Gerät und passende Anordnung
Zangenverfahren ohne HilfssondenEingekoppeltes Signal und Messung einer vorhandenen SchleifeGeeigneter geschlossener Rückweg über weitere Erdungen erforderlich
BodenwiderstandsmessungUntersuchung des Erdreichs über eine definierte ElektrodenanordnungKein unmittelbarer Ersatz für den Widerstand eines installierten Erders

Die in der Grafik gezeigte Sondenanordnung ist ein Prinzipbild. Abstände sind nicht maßstäblich und keine allgemeine Montagevorgabe. Größe und Form des Erders, Bodenverhältnisse und benachbarte Erdungen beeinflussen die Anordnung. Die Stabilität der Auswertung wird nach dem gewählten Verfahren überprüft.

Erdungsmessung mit Hilfssonden

E, S/P und H/C zeigen Funktionen, keine festen Abstände oder universellen Gerätebuchsen.
E, S/P und H/C zeigen Funktionen, keine festen Abstände oder universellen Gerätebuchsen.

Warum ein Zangenwert täuschen kann

Ein Zangengerät benötigt bei diesem Verfahren einen geeigneten geschlossenen Messkreis. Ein isolierter einzelner Erder ohne Rückweg lässt sich nicht beliebig auf diese Weise bestimmen. Das Ergebnis beschreibt die tatsächlich erfasste Schleife und darf nicht ohne Betrachtung der anderen Wege als reiner Einzelerdungswiderstand ausgegeben werden.

Bei einer selektiven Messung hilft die zusätzliche Stromzange, den Beitrag des untersuchten Zweigs zu bestimmen. Trotzdem müssen Messaufbau, Sonden und gerätespezifische Voraussetzungen stimmen. Das Verfahren ist nicht allein durch das Vorhandensein irgendeiner Stromzange gegeben.

Einzelner Erder oder vorhandene Schleife?

Ein Zangenverfahren benötigt eine geeignete vorhandene Messschleife.
Ein Zangenverfahren benötigt eine geeignete vorhandene Messschleife.

Sicher vorbereiten und nachvollziehbar messen

Prüfobjekt und sämtliche Verbindungen werden vorab erfasst. Das Trennen eines Erders kann eine Schutzmaßnahme beeinträchtigen und ist keine normale Vorbereitungsmaßnahme für Laien. Ob eine Trennung erforderlich und unter welchen Sicherungsmaßnahmen zulässig ist, legt die verantwortliche Fachperson fest.

Vor dem Einbringen von Sonden werden unterirdische Leitungen und andere Gefährdungen berücksichtigt. Geeignete Leitungen, sichere Arbeitsbereiche und Herstelleranweisungen gehören zum Aufbau. Störspannungen oder schlechte Sondenkontakte werden nicht durch beliebige Mittelwerte verschleiert.

Ergebnis und Schutzwirkung

Es gibt keinen universellen Ohmwert, der für jede Erdungsanlage und jedes Land automatisch genügt. Netzform, Schutzkonzept, gegebenenfalls Blitzschutz und weitere Anforderungen bestimmen die Bewertung. Zahlen aus internationalen Herstellerbeispielen sind nicht automatisch österreichische Grenzwerte.

Bodenfeuchte und Jahreszeit können Werte verändern. Ein Vergleich mit älteren Ergebnissen braucht Angaben zur Messanordnung und zu den Bedingungen. Dokumentiert werden Erder, Verbindungen, Verfahren, Sondenanordnung, Ergebnis und Bewertung.

Häufige Fragen

Ersetzt die Erdermessung die Schutzleiterprüfung?

Nein. Eine gute Verbindung zum Erdreich weist nicht jeden Schutzleiterweg innerhalb einer Installation nach.

Kann ich den Erder mit einem Multimeter prüfen?

Eine einfache Widerstandsmessung zwischen beliebigen Metallteilen ist kein gleichwertiger Ersatz für ein definiertes Erdungsmessverfahren.

Passende Vertiefungen

Quellen und fachliche Einordnung

Die Quellen ergänzen diese Erklärung. Öffentlich zugängliche Normübersichten ersetzen nicht den vollständigen Normtext. Länderbezüge und Gerätebedingungen beachten.

Weiterführende Informationen

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