Prüfungen und Messungen

Ein Messwert ist erst zusammen mit Messverfahren, Prüfobjekt und Bedingungen aussagekräftig. Hier erklären wir die Größen und Prüfbegriffe, die in Messgeräten, Prüfberichten und den zugehörigen Fachbeiträgen vorkommen.
Durchgängigkeit, Isolationswiderstand und Schleifenimpedanz beantworten unterschiedliche Fragen. Ein einzelner günstiger Wert ersetzt weder die übrigen erforderlichen Prüfungen noch eine nachvollziehbare Bewertung. Die ausführlichen Messbeiträge behandeln den jeweiligen Zusammenhang.

So hängen die Begriffe zusammen
Messgrößen, Prüfverfahren und die Grenzen eines einzelnen Messwerts. Die Kurzdefinition hilft beim schnellen Nachschlagen. Öffnen Sie einen Eintrag für Beispiel, wichtige Abgrenzungen und passende Verweise. Verwandte Begriffe führen innerhalb des Lexikons weiter.
Ausführliche Anwendungen finden Sie in den verlinkten Fachbeiträgen. Das Lexikon erklärt die Bedeutung der Wörter und ersetzt weder Produktunterlagen noch die Beurteilung einer konkreten Anlage.
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14 Begriffe gefunden
A
AuslösezeitAuslösezeit beschreibt die Zeit zwischen einem festgelegten auslösenden Ereignis und der vorgesehenen Reaktion eines Geräts.
Welche Anfangs- und Endpunkte gelten, hängt vom Prüfverfahren ab. Eine Geräteauslösezeit und die gesamte erforderliche Abschaltzeit eines Schutzkonzepts sind sorgfältig zuzuordnen.
Beispiel
Bei einer RCD-Prüfung werden Prüfstromform, Betriebsbedingungen und das zugehörige Zeitresultat gemeinsam bewertet.
Wichtig zu unterscheiden
Ein einzelner Millisekundenwert ohne Gerätetyp und Prüfbedingungen erlaubt keine sichere Gut-Schlecht-Aussage. Keine universelle Zeitgrenze übernehmen.
B
BemessungsdifferenzstromDer Bemessungsdifferenzstrom ist eine festgelegte Kenngröße einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung, meist mit IΔn bezeichnet.
Er ist von Bemessungsstrom, tatsächlich auftretendem Ableitstrom und einem im Prüfverfahren ermittelten Auslösestrom zu unterscheiden. Die zugehörigen Bedingungen stehen in den Geräte- und Verfahrensangaben.
Beispiel
Ein RCD trägt getrennte Angaben für den zulässigen Betriebsstrom und die Fehlerstrom-Schutzeigenschaft.
Wichtig zu unterscheiden
Der Aufdruck ist kein tatsächlich gemessener Anlagenwert. Eine passende Bemessung ersetzt auch nicht die Prüfung der gesamten Schutzmaßnahme.
D
DrehfeldprüfungEine Drehfeldprüfung untersucht die Phasenfolge an einer festgelegten Messstelle eines geeigneten mehrphasigen Systems.
Anschluss, Geräteeignung und Interpretation richten sich nach dem Prüfgerät. Die Anzeige beschreibt die betrachtete elektrische Folge, nicht unmittelbar jede mechanische Maschinenbewegung.
Beispiel
Ein Motor kann trotz erwarteter Phasenfolge durch seine Anschlusszuordnung eine gesonderte Drehrichtungskontrolle benötigen.
Wichtig zu unterscheiden
Rechtsdrehfeld ist keine vollständige Anlagenprüfung. Leiter dürfen nicht für einen Versuch ohne sicheres fachliches Verfahren vertauscht werden.
DurchgängigkeitDurchgängigkeit beschreibt eine vorhandene elektrische Verbindung entlang eines festgelegten Prüfwegs.
Das geeignete Prüfverfahren und seine Bewertung hängen von der Aufgabe ab. Messleitungen, Kontaktstellen und parallele leitfähige Wege können das Ergebnis beeinflussen.
Beispiel
Bei einer Schutzleiterprüfung wird der vorgesehene Schutzweg zwischen definierten Punkten untersucht.
Wichtig zu unterscheiden
Ein Piepton eines beliebigen Multimeters beweist nicht automatisch die erforderliche Schutzleiterqualität. Ein anderer paralleler Weg kann eine Unterbrechung verdecken.
E
ErstprüfungDie Erstprüfung untersucht eine neue oder entsprechend geänderte elektrische Anlage vor ihrer vorgesehenen Inbetriebnahme nach den maßgeblichen Anforderungen.
Besichtigen, Erproben, Messen, Bewerten und Dokumentieren gehören zusammen. Umfang und Schnittstellen einer Änderung müssen nachvollziehbar festgelegt sein.
Beispiel
Ein neuer Stromkreis wird mit seinen erforderlichen Verbindungen und Auswirkungen auf die bestehende Versorgung betrachtet.
Wichtig zu unterscheiden
Eine erfolgreiche Funktionsprobe oder ein einzelner Messwert ersetzt keine vollständige erforderliche Erstprüfung. Länderbezug und Prüfobjekt dürfen nicht unbemerkt wechseln.
I
IsolationswiderstandIsolationswiderstand beschreibt den elektrischen Widerstand über einen betrachteten Isolationsweg zwischen festgelegten Punkten.
Die Messung verwendet ein geeignetes Prüfverfahren mit vorgegebenen Bedingungen. Angeschlossene Elektronik, Überspannungsschutz und weitere Komponenten können besondere Vorbereitung verlangen.
Beispiel
Ein Messergebnis wird zusammen mit Prüfobjekt, Messpunkten, Prüfspannung und Bewertung dokumentiert.
Wichtig zu unterscheiden
Ein günstiger Wert an einem Leiterpaar beweist nicht jede andere Isolation der Anlage. Eine Prüftaste am RCD ist keine Isolationsmessung.
M
MesskategorieDie Messkategorie kennzeichnet die Eignung eines Prüfmittels für festgelegte Beanspruchungen in einem elektrischen Versorgungsumfeld.
Kategorie und zugehörige Spannungsbemessung müssen gemeinsam betrachtet werden. Auch Messleitungen, Zubehör und tatsächliche Einsatzbedingungen gehören zur Auswahl.
Beispiel
Ein Prüfmittel für einen geeigneten Verteilungseinsatz benötigt die dafür passende Kombination aus Kategorie und Spannung.
Wichtig zu unterscheiden
Die höchste aufgedruckte Spannung allein beweist keine passende Einsatzstelle. Eine CAT-Angabe ist auch kein Beleg für jede benötigte Messfunktion.
MessunsicherheitMessunsicherheit beschreibt die Unsicherheit, die einem Messergebnis auf Grundlage der vorhandenen Informationen zugeordnet wird.
Gerät, Messverfahren, Kontaktierung, Umgebung und weitere Einflussgrößen können beitragen. Kalibrierung ermittelt Beziehungen zu Referenzen; sie ist nicht automatisch eine Justierung.
Beispiel
Ein Ergebnis nahe einer Entscheidungsgrenze muss mit dem vorgesehenen Bewertungsverfahren und seinen Unsicherheiten betrachtet werden.
Wichtig zu unterscheiden
Viele Nachkommastellen beweisen keine entsprechend hohe Genauigkeit. Ein Kalibrierbeleg ersetzt auch nicht die Funktions- und Zustandskontrolle vor Gebrauch.

P
PrüfstromPrüfstrom ist ein im vorgesehenen Prüfverfahren erzeugter oder verwendeter Strom zur Untersuchung einer bestimmten Eigenschaft.
Art, Höhe, Form und Dauer sind Teil des Verfahrens. Ein Prüfstrom für eine Durchgängigkeitsermittlung erfüllt eine andere Aufgabe als ein RCD-Prüfstrom.
Beispiel
Ein geeignetes Prüfgerät kann für die Prüfung einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung einen definierten Differenzstrom erzeugen.
Wichtig zu unterscheiden
Prüfstrom ist nicht automatisch Betriebsstrom oder Bemessungsstrom. Werte verschiedener Verfahren dürfen nicht ohne ihren Kontext verglichen werden.
S
SchleifenimpedanzSchleifenimpedanz beschreibt die Impedanz eines betrachteten geschlossenen Fehlerstromwegs einschließlich der beteiligten Versorgung und Rückwege.
Die Bedeutung des Ergebnisses hängt von Netzform, Messverfahren und Schutzkonzept ab. Aus geeigneten Voraussetzungen kann ein prospektiver Fehlerstrom abgeleitet werden.
Beispiel
Eine vereinfachte TN-Fehlerschleife umfasst Quelle, Außenleiter und vorgesehenen metallischen Schutzrückweg.
Wichtig zu unterscheiden
Eine Schleifenmessung ist keine isolierte Erdermessung. Ein TN-Beispiel lässt sich nicht ohne Weiteres auf TT oder IT übertragen.
SchutzleiterprüfungEine Schutzleiterprüfung untersucht die vorgesehene Schutzleiterverbindung und ihre erforderlichen Eigenschaften mit einem geeigneten Verfahren.
Prüfpunkte und Prüfweg müssen eindeutig sein. Parallele Wege können ein günstiges Messergebnis erzeugen, obwohl die eigentlich vorgesehene Verbindung unterbrochen ist.
Beispiel
Eine sichtbare Gehäuseschraube wird nicht ohne Prüfung ihrer tatsächlichen elektrischen Funktion als geeigneter Messpunkt angenommen.
Wichtig zu unterscheiden
Diese Prüfung ist nicht dasselbe wie eine Erdermessung oder Isolationsmessung. Ein einzelner günstiger Wert bescheinigt nicht automatisch die ganze Anlage.
SpannungsmessungEine Spannungsmessung ermittelt die elektrische Potentialdifferenz zwischen festgelegten Punkten.
Messart, Bereich, Eingangseigenschaften und sichere Prüfmittelauswahl müssen zur Aufgabe passen. Eine Anzeige ist immer auf die tatsächlich verwendeten Messpunkte bezogen.
Beispiel
Im einfachen Kleinspannungs-Lehrbild wird die Spannung parallel zum betrachteten Widerstand erfasst.
Wichtig zu unterscheiden
Eine beliebige Messung ist nicht automatisch das vollständige Feststellen der Spannungsfreiheit. Ein falsch gewählter Stromeingang kann beim parallelen Anschluss einen gefährlichen Fehler erzeugen.

StrommessungEine Strommessung ermittelt den Strom in einem festgelegten Leiter oder Leiterverband mit einem dafür geeigneten Verfahren.
Ein direkt eingeschleiftes Messgerät und eine Stromzange haben unterschiedliche Voraussetzungen. Bei Zangen ist entscheidend, welche Leiter gemeinsam umfasst werden.
Beispiel
Umfasst eine geeignete Zange Hin- und Rückleiter gemeinsam, kann sich der Betriebsstromanteil im Messprinzip aufheben.
Wichtig zu unterscheiden
Ein Stromeingang wird nicht wie ein Voltmeter direkt über eine Quelle gelegt. Zangenart, Leitergruppe und gesuchte Größe müssen eindeutig sein.

W
WiderstandsmessungEine Widerstandsmessung ermittelt den Widerstand zwischen festgelegten Punkten unter den Bedingungen des Messverfahrens.
Messstrom, Kontaktierung und mögliche Parallelwege beeinflussen den Wert. Ein gewöhnliches Ohmmeter ist nicht zum beliebigen Anschluss an einen gespeisten Stromkreis gedacht.
Beispiel
Ein definierter Widerstand kann im geeigneten sicher spannungsfreien Lehrversuch zwischen seinen Anschlüssen gemessen werden.
Wichtig zu unterscheiden
Widerstandsmessung, Isolationsmessung und Schleifenimpedanzmessung sind verschiedene Verfahren. Ein Messbereich ersetzt nicht automatisch die anderen Prüfaufgaben.
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